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Das hätten wir nicht zu träumen gewagt. Das Gliesmaroder Bad in einer Reihe mit den Pyramiden von Gizeh, dem Kölner Dom und dem Fagus-Werk in Alfeld. Mit dem Baujahr 1979 ist das Bad das jüngste Kulturdenkmal der Moderne und neben dem Fagus-Werk die einzige Welterbestätte, die noch in vollem Betrieb ist.

Dreimal hatte sich Braunschweig zuvor schon bemüht, Welterbe-Stadt zu werden. Und zwar 1995 mit dem Burgplatz insgesamt, 2004 mit der Kombination von Dom und Löwendenkmal und 2013 mit den Wallanlagen. Leider erfolglos.

Authentizität (Echtheit) und Integrität (Unversehrtheit) sind die Grundbedingungen einer erfolgreichen Bewerbung. Hinzu kommt die Erfüllung weiteren Kriterien aus einem umfangreichen Katalog (siehe Link). Die UNESCO-Experten waren sich einig, dass es diesmal passte.

So wird das "Gartenhallenbad" Gliesmarode als "herausragendes Beispiel einer wohldurchdachten und vorbildlichen Bäderarchitektur aus dem letzten Jahrhundert" gewürdigt.

Es repräsentiere eine Architekturauffassung, die das Bedürfnis des Menschen nach Überschaubarkeit, Ruhe, Nachhaltigkeit und Funktionalität in idealer Weise verbinde. - Erbaut an einem "glücklichen Ort", mit dem es wie selbstverständlich harmoniere.

Die Badekultur mit ihrer Jahrtausende alten Geschichte war auf der UNESCO-Liste bisher deutlich unterrepräsentiert. Das scheint sich jetzt zu ändern. So werden für 2021 inzwischen auch der gemeinsamen Bewerbung von elf europäischen Kurbädern gute Chancen eingeräumt ("Great Spas of Europe").

Der Förderverein bedankt sich herzlich bei Gerd Biegel, dem Leiter des Instituts für Regionalgeschichte, und dem früheren Domprediger Joachim Hempel, die zu den Initiatoren der Bad-Bewerbung gehören. Beide haben sich schon seit den 1990er Jahren für den Aufstieg Braunschweigs in die Liga der Welterbestätte eingesetzt.

https://www.unesco.de/kultur-und-natur/welterbe/welterbe-werden

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Nachklapp (03.04.19): Ja, wir geben alles zu: Der Weltkulturerbe-Text war ein Aprilscherz. Der besondere Standort und die hohe Qualität der Architektur des Gliesmaroder Bades wurden zwar auch schon in Fachzeitschriften gelobt (siehe "Bauwelt" 11/1983), aber auf die Weltkulturerbe-Liste hat es "unser" Bad leider doch noch nicht geschafft;-)